Wer Leuchten mit Präsenz- und Tageslichtsensoren steuern will, braucht dimmbare LED-Treiber – und muss wissen, welche Dimmschnittstelle darin steckt. Die gängigen Varianten sind 1–10 V, 0–10 V, DALI und PWM; dazu kommt die Frage, ob der Treiber über das Steuersignal vollständig abschalten kann (Dim-to-off). Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede, zeigt, worauf Sie beim Treiber achten sollten, und ordnet ein, welche Leuchten laut Datenblatt mit unseren Sensoren zusammenarbeiten.
Warum die Dimmschnittstelle über die Lichtsteuerung entscheidet
Eine vernetzte Lichtsteuerung spart vor allem dann Energie, wenn sie Licht nicht nur ein- und ausschaltet, sondern stufenlos anpasst: Tageslicht ergänzen, bei Abwesenheit auf ein Grundlicht absenken, Szenen abrufen. Dafür muss der Sensor oder Controller dem LED-Treiber mitteilen können, wie hell die Leuchte sein soll. Genau das regelt die Dimmschnittstelle. Ist der Treiber nicht dimmbar, bleibt nur Schalten – und damit ein großer Teil des Potenzials ungenutzt. Wie Tageslichtregelung im Detail funktioniert, beschreibt der Ratgeber Tageslichtnutzung (Daylight Harvesting).
Die Schnittstellen im Überblick
1–10 V
Die 1–10-V-Schnittstelle ist ein seit Jahrzehnten verbreiteter analoger Standard. Der Treiber stellt auf dem Steueradernpaar eine Spannung bereit, das Steuergerät zieht sie herunter: Bei 10 V leuchtet die Leuchte voll, bei 1 V auf dem minimalen Dimmwert. Unterhalb von 1 V schaltet ein klassischer 1–10-V-Treiber nicht ab, sondern bleibt auf Minimum. Zum Ausschalten ist deshalb meist ein Relais im Netzkreis nötig. Ist die Steuerleitung unterbrochen, geht der Treiber typischerweise auf volle Helligkeit – ein Verhalten, das im Fehlerfall für Licht sorgt.
0–10 V
Unter 0–10 V wird ebenfalls eine analoge Gleichspannungssteuerung verstanden. Die Bezeichnungen werden am Markt allerdings nicht einheitlich verwendet: Manche Hersteller meinen damit dasselbe Prinzip wie 1–10 V, andere einen Treiber, der den Bereich bis 0 V nutzt und bei sehr niedriger Steuerspannung vollständig abschaltet. Prüfen Sie daher im Datenblatt, wer die Steuerspannung liefert (Treiber oder Steuergerät), was unterhalb von 1 V passiert und ob der Treiber Dim-to-off unterstützt.
DALI
DALI (Digital Addressable Lighting Interface) ist ein digitaler, bidirektionaler Zweidraht-Bus, international genormt in der Normenreihe IEC 62386. Auf einer DALI-Linie lassen sich bis zu 64 Betriebsgeräte einzeln adressieren und in bis zu 16 Gruppen zusammenfassen. Die Geräte können Status und Fehler zurückmelden, mit DALI-2 und D4i auch Betriebs- und Energiedaten. Eine DALI-Linie braucht eine eigene Busversorgung und eine Steuerleitung zu jeder Leuchte. Der Bus ist verpolungssicher, die Adressierung erfolgt bei der Inbetriebnahme.
PWM
Bei der Pulsweitenmodulation wird die LED in schneller Folge ein- und ausgeschaltet; das Verhältnis von Ein- zu Auszeit bestimmt die wahrgenommene Helligkeit. PWM ist vor allem als Ausgang von Steuermodulen innerhalb einer Leuchte verbreitet. Eine ausreichend hohe Frequenz ist wichtig, damit kein sichtbares Flimmern entsteht.
| Merkmal | 1–10 V | 0–10 V | DALI |
|---|---|---|---|
| Signal | analog | analog | digital |
| Richtung | nur Befehl | nur Befehl | bidirektional, mit Rückmeldung |
| Adressierung | über Verdrahtung | über Verdrahtung | jedes Gerät einzeln, Gruppen und Szenen |
| Ausschalten | in der Regel per Relais | je nach Treiber per Signal (Dim-to-off) oder Relais | per Befehl |
| Zusätzliche Leitung | Steueradernpaar | Steueradernpaar | Busleitung zur Leuchte |
| Typischer Einsatz | Bestand, einfache Gruppen | Leuchten mit integrierter Steuerung | zentral geplante Anlagen, Neubau |
Dim-to-off und Hilfsspannung: die unterschätzten Details
Dim-to-off heißt: Der Treiber schaltet die LEDs über das Steuersignal ab, bleibt aber am Netz und in einem Standby-Zustand. Für eine Lichtsteuerung auf Leuchtenebene ist das zentral. Sitzt der Sensor in oder an der Leuchte, muss er auch dann versorgt werden, wenn das Licht aus ist – sonst könnte er keine Anwesenheit mehr erkennen und die Leuchte nicht wieder einschalten.
Viele moderne Treiber stellen dafür einen Hilfsausgang (AUX) mit 12 V DC bereit. Daraus werden Sensor oder Funkmodul versorgt, ohne separates Netzteil. Das ist genau das Prinzip, auf dem unsere Leuchtensensoren aufbauen. Mehr zum Konzept lesen Sie im Ratgeber LLLC – Lichtsteuerung auf Leuchtenebene.
Worauf Sie beim Treiber achten sollten
Ob eine Leuchte gut steuerbar ist, entscheidet sich im Treiber. Diese Punkte sollten Sie vor Bestellung oder Nachrüstung klären:
- Schnittstelle: 1–10 V, 0–10 V, DALI oder PWM – und passt sie zum geplanten Sensor oder Controller?
- Dimmbereich: Wie weit lässt sich der Treiber herunterdimmen? Ein großer Dimmbereich erlaubt ein angenehmes Grundlicht und eine feine Tageslichtregelung.
- Dim-to-off: Schaltet der Treiber über das Signal ab, oder ist ein Relais nötig?
- Hilfsspannung: Gibt es einen 12-V-DC-Ausgang, und reicht seine Belastbarkeit für den vorgesehenen Sensor?
- Dimmkurve und Flimmerverhalten: Wirkt das Dimmen gleichmäßig, und bleibt das Licht auch auf niedrigen Stufen flimmerfrei?
- Standby-Verbrauch: Im Dim-to-off-Zustand nimmt der Treiber weiter etwas Leistung auf; der Wert steht im Datenblatt.
- Mechanik: Ist in der Leuchte Platz und eine geeignete Öffnung für den Sensor, und passt der Anschlusssockel?
Welche Leuchten mit unseren Sensoren funktionieren
Die folgenden Angaben stammen aus den Datenblättern unserer Komponenten. Sie zeigen, welche Voraussetzungen die Leuchte mitbringen muss.
| Komponente | Versorgung laut Datenblatt | Anbindung an die Leuchte | Montagehöhe / Einsatz |
|---|---|---|---|
| IFS105SE | 12 V DC | Verbindungskabel Sensor–Treiber | 2–5 m, Büros, Flure, Klassenzimmer |
| IFS108 | 12 V DC über AUX-Schnittstelle | Anschlusssockel 2,5 mm (SC05) | 2–5 m, kompakt für Büroleuchten |
| EFS106 | 12 V DC über AUX-Schnittstelle des Treibers | Anschlusssockel 3,5 mm (SC01) | 5–22 m, Hallen und Lager |
| FA102 | 12 V DC aus dem Hilfsausgang dimmbarer LED-Treiber (Dim-to-off) | Ausgang 0–10 V, doppelt 0–10 V oder PWM je nach Variante | Leuchteneinbau, Nachrüstung, mit Eco-Sensoren wie dem MWS105E |
| EFS104 | 120–277 V AC, integriertes Netzteil | Sensor und Controller in einem, schaltet bis 1.400 W | über 6 m, mit Linse HBL3-2 bis 22 m |
| Enlighted Eazy | über den Treiber | dimmbarer LED-Treiber mit DALI oder 0–10 V | Büros, Einzelhandel, kleinere Gewerbeflächen |
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Für die Keilton+autani-Leuchtensensoren brauchen Sie einen dimmbaren LED-Treiber mit 12-V-Hilfsausgang, für den FA102 zusätzlich Dim-to-off und einen 0–10-V- oder PWM-Eingang. Ein Treiber, der nur DALI versteht, passt nicht zum FA102; hier wäre Enlighted Eazy eine Option. Klassische 1–10-V-Treiber sollten Sie im Einzelfall prüfen lassen, weil sich Abschaltverhalten und Signalrichtung unterscheiden können. Welcher Sensor zu Ihrer Situation passt, zeigt der Sensor-Finder.
Alle Sensoren kommunizieren per Bluetooth Mesh untereinander – zusätzliche Steuerleitungen zwischen den Leuchten entfallen. Über den AU-Manager liefern sie Belegungserkennung, Zonierung und Monitoring.
Nachrüstung: Was mit bestehenden Leuchten geht
Im Bestand finden sich meist drei Ausgangslagen:
- LED-Leuchten mit dimmbarem Treiber und 12-V-Hilfsausgang: Hier lässt sich ein Sensor oder der Bluetooth-Node FA102 oft direkt in oder an der Leuchte ergänzen.
- LED-Leuchten mit nicht dimmbarem Treiber: Entweder wird der Treiber gegen ein dimmbares Modell getauscht, oder die Leuchte wird ersetzt. Alternativ kann in Hallen ein netzbetriebener Sensor wie der EFS104 schalten – dann allerdings ohne stufenloses Dimmen.
- Konventionelle Leuchten mit Leuchtstofflampen oder Entladungslampen: Hier lohnt sich in der Regel die Umrüstung auf LED, und zwar gleich mit Sensorik. Warum das zusammengehört, erklärt der Ratgeber LED-Umrüstung mit Sensorik.
Wer Leuchten verändert, sollte die Gewährleistung und die Konformität der Leuchte im Blick behalten. Bei größeren Stückzahlen ist es sinnvoll, die Integration mit dem Leuchtenhersteller abzustimmen oder Leuchten mit werkseitig vorbereitetem Sensorsockel zu wählen. Einen Überblick über Wege im Bestand gibt der Ratgeber Lichtsteuerung nachrüsten, den Vergleich der Systemansätze finden Sie unter DALI oder Bluetooth Mesh?.
Dimmen im Alltag: Grundlicht, Tageslicht, Szenen
Mit einem dimmbaren Treiber wird aus dem Präsenzmelder ein Werkzeug für Komfort und Effizienz. Typische Funktionen sind ein abgesenktes Grundlicht in Fluren und Hallen, wenn gerade niemand da ist, die Ergänzung des Tageslichts an Fensterplätzen und Szenen über einen Wandtaster wie den WP108E mit DIM+/DIM−-Tasten. Wie Absenken statt Ausschalten die Akzeptanz erhöht, lesen Sie im Ratgeber Grundlicht und Korridorfunktion. Wie viel sich in Ihrem Gebäude sparen lässt, können Sie mit dem Einsparrechner abschätzen.
So unterstützen wir Sie
Wir nehmen Ihr Gebäude vor Ort auf, prüfen Leuchten und Treiber und planen, welche Sensoren in welcher Leuchte sinnvoll sind. In unserer 3D-Software Sensora können Sie die Lichtsteuerung vorab erleben. Montage übernehmen wir in der Regel selbst, auf Wunsch Ihr eigener Elektrofachbetrieb; das Monitoring über den AU-Manager ist inklusive. Sprechen Sie uns über Kontakt an.
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Sensor-Finder
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen 1–10 V und 0–10 V?
Beide sind analoge Dimmschnittstellen mit Gleichspannung. Ein klassischer 1–10-V-Treiber dimmt bis auf einen Minimalwert und schaltet unter 1 V nicht ab, dafür ist meist ein Relais nötig. Als 0–10 V bezeichnen Hersteller teils dasselbe Prinzip, teils Treiber, die bei sehr niedriger Steuerspannung abschalten. Maßgeblich ist das Datenblatt.
Was bedeutet Dim-to-off bei LED-Treibern?
Dim-to-off heißt, dass der Treiber die LEDs über das Steuersignal ausschaltet, aber am Netz bleibt. So kann ein Sensor in der Leuchte über die Hilfsspannung des Treibers weiter versorgt werden und die Leuchte bei Anwesenheit wieder einschalten.
Ist DALI besser als 0–10 V?
DALI ist digital, bidirektional und erlaubt die Adressierung einzelner Betriebsgeräte mit Rückmeldung. 0–10 V ist einfacher und günstiger in der Umsetzung, liefert aber keine Rückmeldung. Welche Schnittstelle besser passt, hängt vom Systemkonzept ab: Bei Funk-Lichtsteuerung auf Leuchtenebene übernimmt das Netzwerk viele Aufgaben, für die sonst DALI genutzt wird.
Welche Treiber brauche ich für Sensoren von Building Robotics?
Die Keilton+autani-Leuchtensensoren IFS105SE, IFS108 und EFS106 werden laut Datenblatt mit 12 V DC aus dem Treiber versorgt. Der Bluetooth-Node FA102 benötigt einen dimmbaren LED-Treiber mit 12-V-Hilfsausgang und Dim-to-off und dimmt per 0–10 V oder PWM. Enlighted Eazy arbeitet mit DALI- oder 0–10-V-Treibern.
Kann ich bestehende LED-Leuchten mit Sensoren nachrüsten?
Ja, wenn der Treiber dimmbar ist und eine geeignete Hilfsspannung bereitstellt. Ist er nicht dimmbar, wird der Treiber getauscht oder die Leuchte ersetzt. In Hallen kann ein netzbetriebener Highbay-Sensor wie der EFS104 auch ohne Treibereingriff schalten.




