Ein Grundlicht – oft auch Korridorfunktion genannt – sorgt dafür, dass Beleuchtung bei Abwesenheit nicht sofort ausgeht, sondern zunächst auf ein niedriges Niveau abgesenkt wird. Betritt jemand den Bereich, geht das Licht ohne spürbare Verzögerung wieder auf volle Stärke. Für Flure, Treppenhäuser, Hallen und Parkhäuser verbindet dieses Prinzip Energieeinsparung mit Orientierung und Sicherheit – und erhöht die Akzeptanz der Lichtsteuerung bei den Menschen im Gebäude.
So funktioniert die Korridorfunktion
Eine Präsenzsteuerung mit Grundlicht arbeitet in Stufen:
- Anwesenheit: Der Sensor erkennt eine Person, die Zone geht auf das eingestellte Beleuchtungsniveau, bei Bedarf tageslichtabhängig geregelt.
- Nachlaufzeit: Wird keine Bewegung mehr erkannt, bleibt das Licht noch für eine einstellbare Zeit auf diesem Niveau.
- Grundlicht: Danach dimmt die Zone auf ein niedriges Niveau ab. Der Bereich bleibt sichtbar, der Verbrauch sinkt deutlich.
- Aus (optional): Nach einer weiteren Wartezeit kann die Zone vollständig abschalten – oder dauerhaft im Grundlicht bleiben, etwa während der Betriebszeiten.
Unsere Sensoren unterstützen diese Logik. Der Mikrowellensensor MWS105E bietet laut Datenblatt eine einstellbare Verzögerungszeit und eine zweistufige Dimmung über die Keilton+autani-App. Leuchtensensoren wie der IFS105SE für Flure und Korridore oder der EFS106 für Hallen kommunizieren per Bluetooth Mesh und können so ganze Gruppen gemeinsam steuern.
Warum Absenken oft besser ist als Ausschalten
Orientierung
Ein komplett dunkler Flur, der erst beim Betreten hell wird, wirkt auf viele Menschen unangenehm. Mit Grundlicht sehen Sie schon vor dem Betreten, wohin Sie gehen. Besonders in langen Fluren, an Treppen und in großen Hallen bleibt so die Raumstruktur erkennbar.
Sicherheit
Grundlicht reduziert das Risiko, in einen dunklen Bereich hineinzulaufen, und erleichtert das Erkennen von Hindernissen, Fahrzeugen und anderen Personen. In Hallen mit Flurförderzeugen oder in Parkhäusern mit Fahrverkehr ist das ein wichtiger Aspekt. Es ersetzt allerdings keine geplante Sicherheitsbeleuchtung; die bleibt ein eigenes System mit eigenen Anforderungen.
Akzeptanz
Eine Lichtsteuerung wirkt nur, wenn sie nicht umgangen wird. Wenn Licht zu abrupt ausgeht, werden Sensoren abgeklebt, Dauer-Ein-Schalter verlangt oder Nachlaufzeiten so lang eingestellt, dass kaum noch etwas gespart wird. Ein sanftes Absenken wird dagegen kaum als Eingriff empfunden. So bleibt die Steuerung dauerhaft aktiv – und die Einsparung real.
Weniger Schaltspiele
LED-Leuchten vertragen häufiges Schalten zwar deutlich besser als konventionelle Lampen. Trotzdem ist es angenehmer und technisch schonender, wenn in stark frequentierten Bereichen zwischen Voll- und Grundlicht gedimmt wird, statt im Minutentakt ein- und auszuschalten.
Typische Einsatzbereiche
| Bereich | Typische Situation | Sinnvolle Logik | Passende Sensoren laut Datenblatt |
|---|---|---|---|
| Flure und Treppenhäuser | kurze, unregelmäßige Nutzung | Grundlicht während der Betriebszeit, nachts aus | IFS105SE, IFS108, MWS105E |
| Lager- und Produktionshallen | Gassen und Wege, sporadischer Verkehr | Gasse voll bei Anwesenheit, Nachbarbereiche im Grundlicht | EFS106, EFS104 |
| Parkhäuser und Tiefgaragen | Fahrzeuge und Fußgänger, lange Ruhephasen | Grundlicht als Orientierung, Fahrweg vorauslaufend hell | MWS105E in geeigneter Leuchte, EFS106W mit IP66 |
| Nebenräume | seltene Nutzung | eher aus statt Grundlicht | MWS105E, BCS107 |
Hallen und Lager
In Hallen zahlt sich die Korridorfunktion besonders aus, weil große Flächen oft nur abschnittsweise genutzt werden. Erkennt ein Highbay-Sensor in einer Regalgasse Bewegung, geht dort das Licht hoch, während angrenzende Bereiche im Grundlicht bleiben. Die Sensoren EFS106 und EFS104 sind laut Datenblatt mit der Linse HBL3-2 für Montagehöhen bis 22 m ausgelegt und nutzen den AlgoH2-Algorithmus für Hochregallager. Mehr dazu in den Ratgebern Highbay-Sensoren für Hallen und Lager und Bewegungsmelder in Lagerhalle und Hochregallager.
Parkhäuser und Tiefgaragen
In Parkhäusern sind lange Ruhephasen typisch, gleichzeitig muss beim Einfahren schnell ausreichend Licht da sein. Über Bluetooth Mesh lassen sich Leuchten entlang der Fahrgasse zu Gruppen verbinden, sodass ein einfahrendes Fahrzeug den Weg vor sich aufhellt. Mikrowellensensoren erfassen Bewegung auch durch dünne, nichtmetallische Materialien und können deshalb verdeckt in Leuchten sitzen. Vertiefung im Ratgeber Lichtsteuerung für Parkhaus und Tiefgarage.
Flure in Büros, Schulen und Kliniken
In Verwaltungsgebäuden, Schulen und Krankenhäusern sind Flure Verbindungswege, die fast den ganzen Tag gelegentlich genutzt werden. Ein Grundlicht während der Betriebszeit und Abschalten außerhalb davon ist hier eine bewährte Kombination. Hinweise zu den einzelnen Gebäudetypen finden Sie unter Lichtsteuerung in Schule und Sporthalle und Lichtsteuerung in Krankenhaus und Pflege.
Nachlaufzeiten richtig wählen
Nachlaufzeit und Grundlichtniveau sind die beiden Stellschrauben, die über Einsparung und Akzeptanz entscheiden. Feste Patentrezepte gibt es nicht, wohl aber Grundsätze:
- Zu kurz eingestellte Nachlaufzeiten führen dazu, dass Licht absinkt, während noch jemand im Raum ist – etwa bei ruhiger Tätigkeit. Das ist der häufigste Grund für Beschwerden.
- Zu lang eingestellte Nachlaufzeiten verschenken Einsparung, weil leere Bereiche lange voll beleuchtet bleiben.
- Verkehrsflächen vertragen in der Regel kürzere Nachlaufzeiten als Arbeitsbereiche, weil sich Personen dort bewegen und gut erfasst werden.
- Das Grundlicht sollte so hoch sein, dass Wege erkennbar bleiben, und so niedrig, dass sich das Absenken lohnt.
Der beste Weg zu passenden Werten führt über Daten. Weil bei uns jedes Projekt mit dem AU-Manager umgesetzt wird, liefern alle Sensoren Belegungsdaten. Damit sehen Sie, wie Zonen tatsächlich genutzt werden, und können Nachlaufzeiten nach den ersten Betriebswochen gezielt anpassen. Mehr dazu im Ratgeber Energiemonitoring mit Belegungsdaten.
Grundlicht und Vorgaben
Eine Lichtsteuerung muss während der Nutzung die geforderten Beleuchtungsstärken einhalten, etwa nach ASR A3.4 und DIN EN 12464-1. Das Grundlicht greift nur dann, wenn kein Bedarf erkannt wird. Wie Sie Steuerung und Anforderungen zusammenbringen, erklärt der Ratgeber Beleuchtungsstärke nach ASR A3.4 und DIN EN 12464-1.
Auch gesetzlich gewinnt die Präsenzsteuerung an Bedeutung: Nach § 56 Abs. 6 GModG ist in Nichtwohngebäuden mit Anlagen über 70 kW bis 31.12.2029 eine automatische Beleuchtungssteuerung Pflicht, Zonierung und Belegungserkennung sind als Soll-Vorschrift der Regelfall. Eine Korridorfunktion mit Präsenzsensoren erfüllt genau diese Funktionen. Einen Überblick gibt die Seite Lichtsteuerung als Pflicht.
Technische Voraussetzungen
Damit eine Leuchte auf ein Grundlicht dimmen kann, braucht sie einen dimmbaren LED-Treiber mit passender Schnittstelle und ausreichendem Dimmbereich. Sitzt der Sensor in der Leuchte, ist außerdem eine dauerhafte Versorgung nötig, etwa über einen 12-V-Hilfsausgang des Treibers. Welche Treiber passen, erklärt der Ratgeber Dimmbare LED-Leuchten: 1–10 V, 0–10 V, DALI und Dim-to-off. Wie viel Energie Grundlicht und Präsenzsteuerung in Ihrem Gebäude einsparen, können Sie mit dem Einsparrechner abschätzen.
So unterstützen wir Sie
Wir nehmen Ihr Gebäude vor Ort auf, legen Zonen, Grundlichtniveaus und Nachlaufzeiten gemeinsam mit Ihnen fest und machen die Wirkung in unserer 3D-Software Sensora vorab sichtbar. Die Montage übernehmen wir in der Regel selbst, auf Wunsch Ihr eigener Elektrofachbetrieb. Über das Monitoring im AU-Manager optimieren wir die Einstellungen im Betrieb weiter. Sprechen Sie uns über Kontakt an.
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Häufige Fragen
Was ist eine Korridorfunktion bei der Beleuchtung?
Bei der Korridorfunktion schaltet das Licht nach Ende der Anwesenheit nicht sofort aus, sondern dimmt nach einer Nachlaufzeit auf ein niedriges Grundlicht. Betritt jemand den Bereich, geht es wieder auf volle Stärke. Optional schaltet die Zone nach einer weiteren Wartezeit ganz ab.
Spart Grundlicht weniger Energie als Ausschalten?
Im Moment der Abwesenheit verbraucht ein Grundlicht etwas mehr als eine abgeschaltete Leuchte. In der Praxis wird die Steuerung aber besser akzeptiert und seltener umgangen, und Nachlaufzeiten können kürzer gewählt werden. Wie sich das in Ihrem Gebäude auswirkt, zeigt eine Abschätzung mit dem Einsparrechner.
Wo ist Grundlicht sinnvoll?
Vor allem in Fluren, Treppenhäusern, Lager- und Produktionshallen sowie in Parkhäusern und Tiefgaragen. Dort sorgt es für Orientierung und Sicherheit. In selten genutzten Nebenräumen ist vollständiges Ausschalten meist die bessere Wahl.
Ersetzt Grundlicht die Notbeleuchtung?
Nein. Sicherheits- und Notbeleuchtung ist ein eigenes System mit eigenen Anforderungen. Grundlicht dient der Orientierung im Normalbetrieb.
Wie lang sollte die Nachlaufzeit sein?
Das hängt von der Nutzung ab. Verkehrsflächen vertragen meist kürzere Zeiten als Arbeitsbereiche. Am besten starten Sie mit vorsichtigen Werten und passen sie anhand der Belegungsdaten an, die die Sensoren über den AU-Manager liefern.




