DALI-Leuchten lassen sich gut mit Sensorik nachrüsten, weil der Treiber bereits digital dimmbar ist. Entscheidend sind drei Fragen: Welche DALI-Generation steckt in den Treibern (DALI, DALI-2 oder D4i), gibt es schon eine DALI-Steuerung mit Busleitung oder sind die Treiber nur einzeln angeschlossen, und sollen die Leuchten gemeinsam per Broadcast oder einzeln adressiert angesteuert werden. Sind diese Punkte geklärt, wird aus der vorhandenen Anlage eine Präsenz- und Tageslichtsteuerung, ohne Leuchten zu tauschen.
DALI in zwei Minuten
DALI (Digital Addressable Lighting Interface) überträgt Steuerbefehle digital über ein Adernpaar. Daten und Busversorgung teilen sich dieselben zwei Adern, die Polarität spielt keine Rolle. Jedes Betriebsgerät kann eine eigene Adresse erhalten, in Gruppen eingeteilt werden und Zustände zurückmelden, etwa einen Lampenfehler. Eine DALI-Linie adressiert bis zu 64 Betriebsgeräte in bis zu 16 Gruppen; größere Anlagen bestehen aus mehreren Linien. Die Grundlagen und den Unterschied zu analogen Schnittstellen erklärt der Ratgeber Dimmbare LED-Leuchten: DALI, 1–10 V, 0–10 V. Wie DALI im Vergleich zu Funk abschneidet, zeigt DALI oder Bluetooth Mesh?.
Was Sie vor der Nachrüstung prüfen sollten
DALI, DALI-2 oder D4i?
Auf dem Typenschild steht entweder nur „DALI“ mit den Klemmen DA/DA oder zusätzlich ein DALI-2- oder D4i-Logo. Alle sprechen dieselbe Grundsprache, unterscheiden sich aber im Funktionsumfang:
| Generation | Kennzeichen | Bedeutung für die Nachrüstung |
|---|---|---|
| DALI (erste Generation) | „DALI“, Klemmen DA/DA | Dimmen und Schalten funktionieren; Details im Datenblatt prüfen |
| DALI-2 | DALI-2-Logo | Zertifiziert nach aktuellem Programm, verlässlichere Interoperabilität |
| D4i | D4i-Logo | Zusätzlich Leuchten-, Energie- und Diagnosedaten; Hilfsversorgung optional |
Ältere DALI-Treiber sind kein Hindernis. Sie sollten aber das Datenblatt kennen, weil etwa minimaler Dimmwert, Dimmkurve und Verhalten bei Busausfall variieren. Wie Sie das Typenschild lesen, steht im Ratgeber Typenschild am LED-Treiber lesen.
Gibt es eine DALI-Steuerung oder nur DALI-Treiber?
Das ist die wichtigste Frage, und die Antwort überrascht oft. In vielen Gebäuden wurden Leuchten mit DALI-Treibern verbaut, die Steuerklemmen aber nie angeschlossen. Die Leuchten werden einfach über Wandschalter an Netzspannung ein- und ausgeschaltet. Für die Nachrüstung ist das der günstigste Fall: Es gibt keine bestehende Steuerung, mit der neue Sensorik konkurrieren könnte.
Gibt es dagegen eine DALI-Busleitung mit zentralem Steuergerät, Tastern oder einer Anbindung an die Gebäudeleittechnik, sind zwei Wege möglich:
- Integration: Die neue Sensorik arbeitet mit der bestehenden Steuerung zusammen. Das setzt voraus, dass beide Seiten kompatibel sind und klar geregelt ist, wer welche Befehle sendet.
- Ablösung: Die alte Steuerung wird stillgelegt, die Sensorik übernimmt. Das ist oft sinnvoll, wenn das Steuergerät veraltet ist, Ersatzteile fehlen oder niemand mehr die Programmierung kennt.
Broadcast oder adressiert?
DALI kennt zwei Arten, Befehle zu senden. Beim Broadcast gehen Befehle an alle Treiber einer Linie, eine Adressierung ist nicht nötig. Das passt gut, wenn jede Leuchte ihren eigenen Sensor erhält und nur sich selbst steuert, etwa bei der Lichtsteuerung auf Leuchtenebene. Bei der adressierten Ansteuerung erhält jeder Treiber eine Kurzadresse oder Gruppe, sodass ein Sensor gezielt mehrere Leuchten ansprechen kann. Das erfordert eine Inbetriebnahme mit Adressvergabe, ermöglicht aber feinere Zonen und Rückmeldungen. Welche Variante passt, hängt von Raumgröße, gewünschter Zonierung und bestehender Verdrahtung ab.
Busversorgung und Leitungen
Eine DALI-Linie braucht eine Busversorgung. Je nach Konzept stellt sie ein Steuergerät, ein separates Busnetzteil oder eine Lösung innerhalb der Leuchte bereit. Verbinden die DALI-Klemmen mehrerer Leuchten bereits eine Leitung, lässt sie sich unter Umständen weiter nutzen. Neue Busleitungen durch die Decke wollen wir bei der Nachrüstung dagegen vermeiden: Zwischen den Leuchten kommuniziert die Sensorik per Funk.
Wie die Nachrüstung abläuft
- Bestandsaufnahme: Treibertypen, vorhandene Steuerung, Leitungen, Montagehöhen und Nutzung erfassen. Ein Foto der Typenschilder an [email protected] reicht für eine erste Einschätzung.
- Konzept: Festlegen, ob je Leuchte oder je Zone gesteuert wird, ob Broadcast genügt oder adressiert werden muss und ob eine bestehende Steuerung integriert oder abgelöst wird.
- Komponentenauswahl: Sensorik mit DALI-Anbindung, abgestimmt auf Ihre Treiber. Bei gemischten Beständen mit 0–10-V-Treibern kommen dort die passenden 0–10-V-Sensoren wie IFS105SE oder EFS106 zum Einsatz.
- Musterinstallation: Ein Raum wird ausgerüstet und im Betrieb getestet, insbesondere Dimmverhalten und minimaler Dimmwert.
- Montage und Inbetriebnahme: abschnittsweise im laufenden Betrieb, Gruppen und Profile per App.
Wie sich DALI- und 0–10-V-Leuchten in einem Gebäude kombinieren lassen, beschreibt der Ratgeber Lichtsteuerung im Bestand nachrüsten. Ob Funk oder eine neue Busleitung wirtschaftlicher ist, vergleicht Lichtsteuerung per Funk oder Kabel?.
Lohnt sich das?
DALI-Leuchten bringen die wichtigste Voraussetzung bereits mit: Sie sind dimmbar. Als Richtwert aus unseren Projekten spart allein die Sensorik mehr als 60 % des Beleuchtungsstroms, mit Tageslichtnutzung und Grundlicht liegt das Einsparpotenzial bei bis zu 92 %. Hinzu kommen Belegungsdaten, die bei der Flächenplanung helfen. Für Nichtwohngebäude mit einer Heizungs-, Klima- oder kombinierten Lüftungsanlage über 70 kW fordert § 56 GModG bis 31.12.2029 eine automatische Beleuchtungssteuerung, mit Zonierung und Belegungserkennung als Regelfall. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
So unterstützen wir Sie
Unser Schwerpunkt ist die Nachrüstung: Vorhandene LED-Leuchten mit dimmbarem 0-10-V- oder DALI-Treiber machen wir mit Sensorik und Lichtmanagement per App zu einer intelligenten Beleuchtung – ohne neue Leuchten und ohne neue Steuerleitungen, Details unter Nachrüstung.
Bei DALI-Leuchten prüfen wir Treibergeneration, vorhandene Steuerung und Verdrahtung und stimmen die Sensorik mit DALI-Anbindung auf Ihre Treiber ab. Die Montage erfolgt in der Regel durch uns, auf Wunsch durch Ihren eigenen Elektrofachbetrieb. Jedes Projekt enthält den AU-Manager, damit sind Belegungserkennung, Zonierung und Monitoring dabei. Sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.
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Häufige Fragen
Kann man DALI-Leuchten mit Präsenzmeldern nachrüsten?
Ja. Da DALI-Treiber bereits digital dimmbar sind, lässt sich Sensorik mit DALI-Anbindung ergänzen, ohne die Leuchten zu tauschen. Zu prüfen sind Treibergeneration, vorhandene Steuerung und die gewünschte Ansteuerung per Broadcast oder Adressierung.
Was ist der Unterschied zwischen DALI und DALI-2?
DALI-2 ist das aktuelle Zertifizierungsprogramm der DALI Alliance auf Basis der aktuellen Fassung von IEC 62386. Zertifizierte Geräte werden unabhängig geprüft, was die Interoperabilität verbessert. Ältere DALI-Treiber lassen sich trotzdem steuern, ihr Datenblatt sollte aber geprüft werden.
Was bedeutet D4i bei LED-Treibern?
D4i ist eine Erweiterung der DALI-2-Zertifizierung für Treiber und Steuergeräte in Leuchten. D4i-Treiber stellen Leuchtendaten, Energiedaten und Diagnosedaten bereit; eine Hilfsversorgung für Steuergeräte ist optional.
Brauche ich für DALI-Sensoren eine neue Busleitung?
Nicht zwingend. Werden Sensoren direkt an der Leuchte angebunden und kommunizieren untereinander per Funk, entfallen neue Busleitungen durch die Decke. Eine vorhandene DALI-Leitung kann je nach Konzept weiter genutzt werden.
Was ist DALI-Broadcast?
Beim Broadcast gehen Befehle an alle Treiber einer DALI-Linie, ohne dass Adressen vergeben werden. Das eignet sich, wenn jede Leuchte ihren eigenen Sensor hat. Für feinere Zonen werden Treiber einzeln oder in Gruppen adressiert.




