Ob Ihre LED-Leuchte dimmbar ist, verrät meist schon das Typenschild des LED-Treibers: Stehen dort Anschlussklemmen wie DA/DA oder ein DALI-Logo, ist der Treiber digital über DALI dimmbar; Klemmen mit DIM+/DIM− oder die Angabe 1–10 V bzw. 0–10 V zeigen eine analoge Dimmschnittstelle. Fehlt jede Steuerklemme und gibt es nur L, N und die LED-Ausgänge, ist der Treiber in aller Regel nicht über ein Steuersignal dimmbar. Für die Nachrüstung mit Sensorik zählen außerdem ein 12-V-Hilfsausgang (AUX) und die Fähigkeit, über das Steuersignal abzuschalten (Dim-to-off).

Wo Sie das Typenschild finden

Bei den meisten Leuchten ist der LED-Treiber nicht von außen sichtbar. Bei Rasterleuchten und Panels liegt er häufig auf der Rückseite oder in einem separaten Kästchen oberhalb der Decke, bei Hallenleuchten im Gehäuse oder in einer angebauten Treiberbox, bei Lichtbändern auf dem Geräteträger. Vor dem Öffnen gilt: Stromkreis freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern und Spannungsfreiheit prüfen. Arbeiten an der Leuchte gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.

Das Typenschild der Leuchte selbst nennt meist nur Hersteller, Leistung und Schutzart. Hilfreich ist es trotzdem: Mit Leuchtenhersteller und Artikelnummer lässt sich oft das Leuchtendatenblatt finden, in dem der verbaute Treiber oder zumindest die Dimmbarkeit angegeben ist.

Die wichtigsten Kennzeichnungen

Kennzeichnung auf dem TreiberBedeutungFür die Nachrüstung
DA / DA, D1 / D2, DALI-LogoDigitale DALI-SchnittstelleGeeignet für Sensorik mit DALI-Anbindung
DALI-2, D4iZertifizierte DALI-Geräte; D4i mit Leuchtendaten, Energie- und DiagnosedatenGeeignet, D4i liefert zusätzlich Daten
DIM+ / DIM−, „1–10 V“Analoge Schnittstelle, meist passiv nach dem 1–10-V-PrinzipIm Einzelfall anhand des Datenblatts prüfen
„0–10 V“Analoge Schnittstelle, Steuersignal bis 0 VGut geeignet, wenn Dim-to-off unterstützt wird
AUX, 12 V, Vaux, +12V / GNDHilfsspannungsausgang für Sensoren und FunkmoduleVersorgt Sensoren in der Leuchte
PUSH, Touch-DIM, Switch-DIMDimmen per Taster an NetzspannungKein Steuersignal für Sensorik, Datenblatt prüfen
nur L, N, LED+ / LED−Keine SteuerschnittstelleNicht über ein Signal dimmbar

Viele Treiber sind kombiniert beschriftet, zum Beispiel „DALI / PUSH“ oder „1–10 V / 0–10 V“. Maßgeblich ist dann, welche Klemmen belegt werden können. Bei Treibern, deren Schnittstelle sich per Software oder NFC umstellen lässt, steht die Werkseinstellung im Datenblatt.

DALI erkennen

DALI-Treiber haben zwei Steuerklemmen, meist mit DA beschriftet, teils auch mit D1/D2 oder „DALI“. Die Polarität spielt bei DALI keine Rolle, Daten und Busversorgung laufen über dasselbe Adernpaar. Ein DALI-2-Logo zeigt, dass das Gerät nach dem Programm der DALI Alliance zertifiziert ist. Das D4i-Logo kennzeichnet Treiber, die zusätzlich Leuchtendaten, Energiedaten und Diagnosedaten bereitstellen; die Hilfsversorgung für Steuergeräte ist bei D4i optional. Wie Sie DALI-Leuchten mit Sensorik nachrüsten, erklärt der Ratgeber DALI-Leuchten mit Sensorik nachrüsten.

1–10 V und 0–10 V erkennen

Analoge Treiber haben zwei Steuerklemmen mit DIM+ und DIM−, „+“ und „−“ oder der Beschriftung „1…10 V“. Bei Treibern nach nordamerikanischer Konvention sind die Steueradern häufig violett und grau. Der Unterschied liegt im Detail: Ein klassischer 1–10-V-Treiber dimmt bis auf seinen Minimalwert und schaltet unterhalb von 1 V nicht ab, während viele 0–10-V-Treiber bei 0 V auf Aus gehen können. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber Dimmbare LED-Leuchten: DALI, 1–10 V, 0–10 V.

Den Hilfsausgang (AUX) erkennen

Ein dritter Klemmenblock mit AUX, 12 V oder +12V / GND zeigt einen Hilfsspannungsausgang. Er ist der Schlüssel für die einfachste Form der Nachrüstung, denn Sensoren wie der IFS105SE, der EFS106 oder der Bluetooth-Node FA102 werden laut Datenblatt aus 12 V DC versorgt. Was zu tun ist, wenn der Ausgang fehlt, steht im Ratgeber 12-V-Hilfsausgang am LED-Treiber.

Ausgangsstrom und Leistung richtig lesen

Neben der Dimmschnittstelle stehen auf dem Typenschild die elektrischen Kenndaten. Sie sagen nichts über die Dimmbarkeit, sind aber wichtig, wenn ein Treiber getauscht werden soll:

  • Iout oder Ausgangsstrom: LED-Treiber arbeiten meist mit Konstantstrom, etwa 350 mA, 700 mA oder ein Bereich wie 250–1050 mA. Bei einstellbaren Treibern legt ein Widerstand, ein Steckmodul oder eine NFC-Programmierung den Strom fest.
  • Uout oder Ausgangsspannung: der Spannungsbereich, in dem der Treiber die LED-Module versorgen kann.
  • Pout oder Ausgangsleistung: die maximale Leistung für die LEDs, zum Beispiel 40 W.
  • λ (Leistungsfaktor), tc (Temperaturmesspunkt am Gehäuse) und SELV-Kennzeichnung ergänzen die Angaben.

Soll ein nicht dimmbarer Treiber gegen einen dimmbaren getauscht werden, müssen Ausgangsstrom und Spannungsbereich zum LED-Modul passen. Notieren Sie deshalb alle Werte, auch wenn sie auf den ersten Blick unwichtig wirken.

Dim-to-off: die Angabe, die meist im Datenblatt steht

Für Sensorik in der Leuchte ist entscheidend, ob der Treiber über das Steuersignal vollständig ausschaltet und dabei am Netz bleibt. Nur dann kann der Sensor weiter versorgt werden und die Leuchte bei Präsenz wieder einschalten. Auf dem Typenschild steht das selten. Im Datenblatt finden Sie es unter Begriffen wie „Dim-to-off“, „Standby“ oder „Standby-Leistung“. Steht dort nur ein minimaler Dimmwert wie 1 % oder 10 %, aber keine Abschaltung, wird für das Ausschalten ein Relais benötigt.

Schicken Sie uns ein Foto

Am schnellsten klären Sie die Frage mit einem Foto. Fotografieren Sie das Typenschild des Treibers gut lesbar und möglichst ohne Spiegelung, dazu den Anschlussbereich mit den Klemmen und, falls vorhanden, das Typenschild der Leuchte. Notieren Sie die Montagehöhe und die Nutzung des Raums. Schicken Sie die Fotos an [email protected]. Wir prüfen anhand der Datenblätter, ob der Treiber dimmbar ist, ob ein Hilfsausgang vorhanden ist und welcher Weg für Ihre Leuchten sinnvoll ist.

Was das Ergebnis für die Nachrüstung bedeutet

BefundTypischer Weg
0–10 V mit Dim-to-off und 12-V-AUXSensor oder Bluetooth-Node direkt an die Leuchte, z. B. IFS105SE, IFS108, EFS106 oder FA102
DALI-TreiberSensorik mit DALI-Anbindung; wir stimmen die Komponenten auf Ihre Treiber ab
Dimmbar, aber ohne AUX, HallenleuchteEFS104 mit eigenem Netzteil, Relais und 0–10-V-Dimmung
Dimmbar, aber ohne AUX, BüroleuchteEinzelfall prüfen; oft ist ein Treibertausch günstiger als eine neue Leuchte
Nicht dimmbar oder LeuchtstofflampeZuerst LED-Umrüstung, dann Sensorik, siehe LED-Umrüstung mit Sensorik

Einen Überblick über den gesamten Ablauf gibt der Ratgeber Lichtsteuerung im Bestand nachrüsten. Welcher Sensor zu Montagehöhe und Raum passt, zeigt der Sensor-Finder.

Warum sich die Prüfung lohnt

Die Treiberfrage klingt nach Detailarbeit, entscheidet aber über den Aufwand des gesamten Projekts. Sind die Leuchten bereits dimmbar, lässt sich die Beleuchtung ohne neue Leuchten und ohne neue Steuerleitungen steuern. Als Richtwert aus unseren Projekten werden allein durch Sensorik mehr als 60 % des Beleuchtungsstroms eingespart; mit Tageslichtnutzung und Grundlicht liegt das Einsparpotenzial bei bis zu 92 %. Wer die Treiber kennt, kann außerdem früh planen, ob eine Lichtsteuerung für die Anforderungen aus § 56 GModG ausreicht: Nichtwohngebäude mit einer Heizungs-, Klima- oder kombinierten Lüftungsanlage über 70 kW benötigen bis 31.12.2029 eine automatische Beleuchtungssteuerung. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

So unterstützen wir Sie

Unser Schwerpunkt ist die Nachrüstung: Vorhandene LED-Leuchten mit dimmbarem 0-10-V- oder DALI-Treiber machen wir mit Sensorik und Lichtmanagement per App zu einer intelligenten Beleuchtung – ohne neue Leuchten und ohne neue Steuerleitungen, Details unter Nachrüstung.

Schicken Sie uns Fotos Ihrer Treiber-Typenschilder, dann sagen wir Ihnen, welcher Weg für Ihre Leuchten passt. Die Montage erfolgt in der Regel durch uns, auf Wunsch durch Ihren eigenen Elektrofachbetrieb. Jedes Projekt enthält den AU-Manager, damit sind Belegungserkennung, Zonierung und Monitoring dabei. Am schnellsten erreichen Sie uns über die Kontaktseite.

Interaktiv ausprobieren

Sensor-Finder

Werkzeug wird geladen …

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob meine LED-Leuchte dimmbar ist?

Schauen Sie auf das Typenschild des LED-Treibers. Klemmen mit DA/DA oder ein DALI-Logo zeigen DALI, DIM+/DIM− oder die Angabe 1–10 V bzw. 0–10 V eine analoge Dimmschnittstelle. Gibt es nur Netz- und LED-Anschlüsse, ist der Treiber nicht über ein Steuersignal dimmbar. Sicherheit gibt das Datenblatt der Typenbezeichnung.

Was bedeutet DA DA auf dem LED-Treiber?

DA/DA sind die beiden Klemmen der DALI-Schnittstelle. Über dieses Adernpaar laufen digitale Steuerbefehle und die Busversorgung. Die Polarität spielt bei DALI keine Rolle.

Was bedeutet DIM+ und DIM− am Treiber?

DIM+ und DIM− sind die Klemmen einer analogen Dimmschnittstelle nach dem 1–10-V- oder 0–10-V-Prinzip. Eine Gleichspannung auf diesem Adernpaar gibt die Helligkeit vor. Ob der Treiber bei 0 V abschaltet, steht im Datenblatt.

Wo steht, ob ein Treiber Dim-to-off kann?

Meist nicht auf dem Typenschild, sondern im Datenblatt, etwa unter Dim-to-off, Standby oder Standby-Leistung. Ist nur ein minimaler Dimmwert angegeben, wird zum Ausschalten ein Relais benötigt.

Was bedeutet AUX 12 V am LED-Treiber?

Das ist ein Hilfsspannungsausgang, aus dem Sensoren oder Funkmodule in der Leuchte versorgt werden können. Sensoren wie IFS105SE, EFS106 oder der Bluetooth-Node FA102 nutzen laut Datenblatt eine 12-V-DC-Versorgung.

Quellen