Der 12-V-Hilfsausgang (AUX) eines LED-Treibers liefert eine kleine Gleichspannung, mit der ein Sensor oder ein Funkmodul direkt in der Leuchte versorgt wird. Damit braucht die Leuchtensensorik weder ein eigenes Netzteil noch eine zusätzliche Leitung, und die Nachrüstung reduziert sich auf das Einsetzen und Anstecken des Sensors. Fehlt der Ausgang, ist die Leuchte trotzdem nicht verloren: In Hallen nutzen wir den Highbay-Sensor EFS104 mit eigenem Netzteil, in Büros prüfen wir, ob ein Treibertausch günstiger ist als eine neue Leuchte.

Wozu der Hilfsausgang dient

Ein Sensor in der Leuchte braucht Strom, auch dann, wenn die Leuchte gerade ausgeschaltet ist. Früher hatte jeder Präsenzmelder dafür ein eigenes Netzteil oder wurde zentral über eine Steuerleitung versorgt. Moderne LED-Treiber stellen diese Versorgung selbst bereit: Neben dem LED-Ausgang und der Dimmschnittstelle besitzen sie einen dritten Anschluss, den Hilfsausgang. Er ist auf dem Typenschild meist mit AUX, 12 V, Vaux oder +12V / GND beschriftet. Wie Sie die Kennzeichnungen finden, zeigt der Ratgeber Typenschild am LED-Treiber lesen.

Für die Lichtsteuerung auf Leuchtenebene ist das die eleganteste Lösung. Der Sensor sitzt in einem kleinen Ausbruch im Leuchtengehäuse oder in einem Steckanschluss, holt seine Versorgung aus dem Treiber und gibt das Dimmsignal an denselben Treiber zurück. Zusätzliche Kabel durch die Decke oder separate Netzteile entfallen. Das Konzept erklärt der Ratgeber Lichtsteuerung auf Leuchtenebene (LLLC).

Welche Komponenten den Hilfsausgang nutzen

KomponenteVersorgung laut DatenblattEinsatz
IFS105SE12 V DC, Dim-to-off-Treiber mit 12-V-AUXLeuchtensensor bis ca. 5,5 m
IFS10812 V DC, max. 25 mA bzw. 0,3 WKompakter Sensor für Panel- und Rasterleuchten
EFS10612 V DC, max. 50 mA bzw. 0,6 WHighbay-Sensor für 6–12 m
EFS106W12 V DC, max. 50 mA bzw. 0,6 WHighbay-Sensor IP66 für außen und Feuchträume
FA10212 V DC, 45 mA bzw. 0,5 WBluetooth-Node in der Leuchte, mit Eco-Sensor wie MWS105E

Alle diese Komponenten dimmen über 0–10 V und kommunizieren untereinander per Bluetooth Mesh. Der Treiber muss deshalb nicht nur den Hilfsausgang haben, sondern auch über 0–10 V dimmbar sein und idealerweise Dim-to-off beherrschen.

Warum Dim-to-off dazugehört

Schaltet ein Sensor das Licht aus, soll der Treiber am Netz bleiben, seine LEDs abschalten und den Hilfsausgang weiter versorgen. Das leistet ein Treiber mit Dim-to-off: Er geht über das Steuersignal in einen Standby-Zustand. Kann der Treiber nur bis auf einen minimalen Dimmwert herunterdimmen, bleibt immer ein Rest Licht an, oder es braucht ein Relais im Netzkreis. Würde das Relais den Treiber vom Netz trennen, fiele auch der Hilfsausgang weg, und der Sensor in der Leuchte wäre nicht mehr versorgt. Deshalb ist die Kombination aus AUX und Dim-to-off der Normalfall für Leuchtensensorik.

Das Strombudget beachten

Der Hilfsausgang ist für kleine Lasten ausgelegt und strombegrenzt. Wie viel er liefern kann, steht im Datenblatt des Treibers. Prüfen Sie, ob die Summe aller angeschlossenen Komponenten darunter liegt, etwa wenn ein FA102 zusammen mit einem Eco-Sensor betrieben wird. Bei Leuchten mit mehreren Treibern wird der Sensor in der Regel nur an einen Treiber angeschlossen; die Dimmleitung kann je nach Schaltung mehrere Treiber gemeinsam ansteuern. Das stimmen wir bei der Planung je Leuchtentyp ab.

AUX bei DALI-Treibern

Auch im DALI-Umfeld gibt es Treiber mit Hilfsversorgung. Bei D4i-Treibern ist eine Hilfsversorgung für Steuergeräte nach dem Standard optional; ob sie vorhanden ist, zeigt das Datenblatt. Für Leuchten mit DALI-Treiber setzen wir Sensorik mit DALI-Anbindung ein und stimmen die Komponenten auf Ihre Treiber ab. Mehr dazu im Ratgeber DALI-Leuchten mit Sensorik nachrüsten.

Was tun, wenn der Hilfsausgang fehlt?

Viele ältere oder einfache LED-Treiber sind zwar dimmbar, haben aber keinen Hilfsausgang. Dann hängt der Weg vom Raum ab.

Hallen und hohe Decken: EFS104

Für Hallenleuchten gibt es mit dem EFS104 einen Highbay-Sensor, der den Hilfsausgang nicht braucht. Er hat ein integriertes Netzteil für den Betrieb an Netzspannung (laut Datenblatt 120–277 V AC, also auch an 230 V), ein Relais bis 6 A und einen 0–10-V-Dimmausgang. Damit schaltet er die Leuchte über das Relais aus und dimmt sie über 0–10 V. Ausgelegt ist er für Montagehöhen von 6 bis 15 m. Wie man Hallen mit Sensoren plant, beschreibt der Ratgeber Highbay-Sensoren für Hallen und Lager.

Büros und niedrige Decken: Einzelfall prüfen

In Büros, Fluren oder Besprechungsräumen ist die Lage weniger eindeutig. Ist die Leuchte in gutem Zustand und der Treiber zugänglich, ist ein Treibertausch gegen ein dimmbares Modell mit Hilfsausgang oft günstiger als eine neue Leuchte. Dabei müssen Ausgangsstrom und Spannungsbereich zum LED-Modul passen, und der Tausch muss fachgerecht erfolgen. Ist die Leuchte ohnehin am Ende ihrer Lebensdauer, kann eine neue Leuchte mit sensorbereitem Treiber die bessere Wahl sein. Wir rechnen beide Varianten für Ihren Bestand durch.

Nicht dimmbar oder noch Leuchtstofflampe

Ist der Treiber gar nicht dimmbar oder arbeitet die Leuchte noch mit Leuchtstofflampen, kommt zuerst die LED-Umrüstung. Sensorik und Leuchtentausch lassen sich dabei in einem Schritt verbinden, siehe LED-Umrüstung mit Sensorik.

AusgangslageLösung
0–10 V, Dim-to-off, 12-V-AUXSensor oder Node direkt an der Leuchte
DALI-TreiberSensorik mit DALI-Anbindung, abgestimmt auf Ihre Treiber
Dimmbar ohne AUX, Halle 6–15 mEFS104 mit eigenem Netzteil und Relais
Dimmbar ohne AUX, BüroTreibertausch oder neue Leuchte, Einzelfallprüfung
Nicht dimmbarLED-Umrüstung, dann Sensorik

Fehlender Hilfsausgang ist kein Grund zu warten

Eine fehlende Hilfsspannung macht die Nachrüstung etwas aufwendiger, ändert aber nichts am Nutzen. Als Richtwert aus unseren Projekten spart allein die Sensorik mehr als 60 % des Beleuchtungsstroms, mit Tageslicht und Grundlicht sind bis zu 92 % möglich. Für Nichtwohngebäude mit einer Heizungs-, Klima- oder kombinierten Lüftungsanlage über 70 kW verlangt § 56 GModG zudem bis 31.12.2029 eine automatische Beleuchtungssteuerung. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

So unterstützen wir Sie

Unser Schwerpunkt ist die Nachrüstung: Vorhandene LED-Leuchten mit dimmbarem 0-10-V- oder DALI-Treiber machen wir mit Sensorik und Lichtmanagement per App zu einer intelligenten Beleuchtung – ohne neue Leuchten und ohne neue Steuerleitungen, Details unter Nachrüstung.

Ob Ihre Treiber einen Hilfsausgang haben, klären wir anhand von Typenschild und Datenblatt; fehlt er, schlagen wir EFS104, Treibertausch oder LED-Umrüstung vor. Die Montage erfolgt in der Regel durch uns, auf Wunsch durch Ihren eigenen Elektrofachbetrieb. Jedes Projekt enthält den AU-Manager, damit sind Belegungserkennung, Zonierung und Monitoring dabei. Sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.

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Häufige Fragen

Was ist der AUX-Ausgang am LED-Treiber?

Ein Kleinspannungsausgang, meist 12 V DC, mit dem Sensoren oder Funkmodule direkt in der Leuchte versorgt werden. Ein separates Netzteil oder eine zusätzliche Leitung ist dann nicht nötig.

Brauche ich für einen Leuchtensensor einen 12-V-Hilfsausgang?

Für Leuchtensensoren wie IFS105SE, IFS108, EFS106 oder den Bluetooth-Node FA102 ja, sie werden laut Datenblatt mit 12 V DC aus dem Treiber versorgt. Für Hallenleuchten ohne Hilfsausgang gibt es den EFS104 mit eigenem Netzteil.

Was mache ich, wenn mein LED-Treiber keinen AUX-Ausgang hat?

In Hallen mit 6 bis 15 m Montagehöhe kann der EFS104 mit integriertem Netzteil, Relais und 0–10-V-Dimmung eingesetzt werden. In Büros ist oft ein Treibertausch gegen ein Modell mit Hilfsausgang günstiger als eine neue Leuchte. Nicht dimmbare Leuchten werden zuerst auf dimmbare LED umgerüstet.

Wie viel Strom liefert der Hilfsausgang eines LED-Treibers?

Das ist je Treiber unterschiedlich und steht im Datenblatt. Die Summe der angeschlossenen Komponenten muss darunter liegen. Der IFS108 benötigt laut Datenblatt max. 25 mA, der EFS106 max. 50 mA, der FA102 45 mA.

Warum braucht ein Leuchtensensor Dim-to-off?

Bei Dim-to-off schaltet der Treiber die LEDs über das Steuersignal aus, bleibt aber am Netz und versorgt den Hilfsausgang weiter. So bleibt der Sensor aktiv und kann das Licht bei Präsenz wieder einschalten.

Quellen