Außenbeleuchtung auf Parkplätzen, Wegen, Laderampen und Werksgeländen brennt häufig die ganze Nacht mit voller Leistung – gesteuert von einer einfachen Schaltuhr oder einem Dämmerungsschalter. Effizienter ist eine Kombination aus drei Bausteinen: einer astronomischen Uhr, die Sonnenauf- und -untergang für den Standort berechnet, einer Lichtmessung vor Ort und Präsenzsensoren, die das Licht nur bei Bedarf hochfahren. Dieser Ratgeber zeigt, wie die Bausteine zusammenspielen und welche Sensorik für den Außenbereich geeignet ist.
Dämmerungsschalter, Zeitschaltuhr, Astro-Uhr: die Unterschiede
Die meisten Außenanlagen werden heute mit einem von drei Verfahren geschaltet:
| Verfahren | Funktionsweise | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|
| Zeitschaltuhr | feste Ein- und Ausschaltzeiten | einfach | muss über das Jahr nachgestellt werden, ignoriert Sonnenstand |
| Dämmerungsschalter | misst Helligkeit und schaltet unter Schwellwert | reagiert auf echtes Licht | anfällig für Verschmutzung, Fremdlicht und Fehlschaltungen |
| Astronomische Uhr | berechnet Sonnenauf- und -untergang für Standort und Datum | wartungsarm, präzise über das ganze Jahr | kennt kein Wetter, keine Belegung |
Keines der drei Verfahren weiß, ob tatsächlich jemand den Parkplatz oder Weg nutzt. Das Licht brennt deshalb auch in den Nachtstunden mit voller Leistung, in denen niemand unterwegs ist. Hier setzt die Kombination mit Präsenzsensoren an.
Die astronomische Uhr als Taktgeber: CR02
Eine astronomische Uhr berechnet für jeden Tag des Jahres, wann es am Standort hell und dunkel wird. Damit entfällt das Nachstellen bei Sommer- und Winterzeit oder im Wechsel der Jahreszeiten.
In unseren Systemen übernimmt der CR02 diese Aufgabe. Er ist ein Long-Range-Dongle mit astronomischem Echtzeituhr-Modul, speziell für Außenbeleuchtung:
- Zentraler Synchronisationsknoten: Der CR02 koordiniert alle Geräte einer Außenzone.
- Präzise auch bei Stromausfall: Eine interne Batterie sorgt für unterbrechungsfreie Zeitmessung.
- Große Reichweite: mit der mitgelieferten 1-dBi-Antenne bis zu 260 m, mit Range Extension bis zu 500 m – passend für Parkplätze, Campus- und Werksgelände.
- Montage: Versorgung per USB 5 V, über UTP oder ein optionales IP65-Gehäuse für die Montage außen.
Die astronomische Uhr bildet den Rahmen: Sie legt fest, wann die Außenbeleuchtung überhaupt aktiv ist. Innerhalb dieses Rahmens können Zeitfenster definiert werden, etwa volle Bereitschaft bis Schichtende und danach ein reduziertes Niveau.
Präsenz und Lichtmessung an der Leuchte: EFS106W
Für die Feinsteuerung braucht es Sensoren direkt an den Außenleuchten. Der EFS106W ist die robuste Variante unseres Highbay-Sensors:
- Schutzart IP66 und UV-beständiges Nylongehäuse in Schwarz – für Außenbereiche und feuchte Umgebungen.
- PIR mit AlgoH2-Algorithmus für zuverlässige Erkennung bis 22 m Montagehöhe ohne Fehlalarme.
- Fotozelle für Hold-ON/OFF-Betrieb, sodass die Leuchte die tatsächliche Helligkeit vor Ort berücksichtigt.
- Austauschbare Linsen zur Anpassung des Erfassungsbereichs.
- Langstreckenantenne mit Bluetooth bis 100 m und Temperaturbereich von −33 °C bis 65 °C.
Die Sensoren sind über Bluetooth Mesh vernetzt. Erkennt ein Sensor Bewegung, können benachbarte Leuchten mitschalten. So fährt auf einem Parkplatz nicht nur die eine Leuchte hoch, unter der ein Fahrzeug einfährt, sondern der Bereich entlang des Wegs zum Eingang.
Für niedrige Poller- und Wegeleuchten klären wir im Projekt, welche Sensorik zur Montagehöhe und zum Leuchtentyp passt. Einen ersten Überblick liefert der Sensor-Finder.
Anwendungen: Parkplätze, Wege, Rampen
Parkplätze
Auf Firmen- und Kundenparkplätzen konzentriert sich die Nutzung auf Schichtwechsel, Öffnungszeiten und Veranstaltungen. Dazwischen und nachts ist der Platz weitgehend leer. Bewährt hat sich ein abgesenktes Grundlicht, das bei Bewegung von Fahrzeugen oder Personen hochfährt. Für Parkhäuser und Tiefgaragen gelten eigene Bedingungen, siehe Lichtsteuerung im Parkhaus und in der Tiefgarage.
Wege und Zufahrten
Gehwege zwischen Gebäuden, Zufahrten und Campus-Wege werden nachts nur sporadisch genutzt. Ein Grundlicht sorgt für Orientierung, die Präsenzsensoren fahren das Licht abschnittsweise vor der gehenden Person hoch. Die Logik entspricht der Korridorfunktion im Gebäude, beschrieben im Ratgeber Grundlicht und Korridorfunktion.
Laderampen und Anlieferung
An Rampen wird nach Plan oder auf Abruf geladen. Zwischen den Anlieferungen reicht ein Grundlicht. Der EFS106W ist laut Hersteller unter anderem für Laderampen vorgesehen. Die Übergänge zur Halle planen Sie am besten zusammen mit der Innenbeleuchtung, siehe Hallen und Logistik und Industriesensorik für Hallen und Produktion.
Bei allen Anwendungen gilt: Sicherheit hat Vorrang. Grundlichtniveaus, Nachlaufzeiten und Bereiche, die dauerhaft hell bleiben müssen, etwa Notausgänge oder Kameraüberwachung, legen Sie gemeinsam mit Sicherheitsverantwortlichen fest. Die Sicherheitsbeleuchtung bleibt davon getrennt.
Lichtverschmutzung und Insektenschutz
Künstliches Licht in der Nacht beeinflusst Tiere, Pflanzen und den Nachthimmel. Viele Kommunen und Betreiber achten deshalb zunehmend darauf, Außenbeleuchtung zu begrenzen. In einigen Bundesländern enthalten die Naturschutzgesetze Vorgaben zur Außenbeleuchtung – prüfen Sie die Regeln, die an Ihrem Standort gelten.
Eine bedarfsgerechte Steuerung trägt auf mehreren Ebenen dazu bei:
- Weniger Betriebsstunden mit voller Leistung, weil das Licht in leeren Phasen abgesenkt ist.
- Zeitfenster nach Sonnenstand, sodass in der Dämmerung nicht unnötig früh eingeschaltet wird.
- Nachtabsenkung in den Stunden, in denen kaum jemand unterwegs ist.
Ergänzend wirken Leuchtenauswahl, Abstrahlrichtung und Lichtfarbe. Diese Aspekte klären Sie mit der Lichtplanung.
Monitoring und Wartung im Außenbereich
Weil jedes unserer Projekte mit dem AU-Manager umgesetzt wird, liefern auch die Außensensoren Belegungs- und Verbrauchsdaten. Im EnergyCenter sehen Sie, wann Parkplätze und Wege genutzt werden und wie sich der Verbrauch entwickelt. Zeitpläne werden grafisch auf dem Lageplan verwaltet, der Zugriff ist per LAN oder 4G-Router auch aus der Ferne möglich. Mehr dazu unter Energiemonitoring und GLT.
Zur Förderung: Die allgemeine Außenbeleuchtung ist im EEW Modul 4 nicht förderfähig, und Beleuchtung ist seit 21.07.2026 keine eigene BEG-Einzelmaßnahme mehr. Als Teil eines Gebäudeautomations-Pakets kann Lichtsteuerung aber weiter gefördert werden – Details im Ratgeber Förderung für Lichtsteuerung. Unabhängig davon beginnt die Einsparung mit dem ersten Betriebstag; eine Abschätzung liefert der Einsparrechner.
So unterstützen wir Sie
Wir nehmen Ihre Außenanlage vor Ort auf, planen Zonen, Grundlicht und Zeitfenster und zeigen die Steuerung vorab in 3D in Sensora. Die Montage übernehmen wir in der Regel selbst, auf Wunsch Ihr eigener Elektrofachbetrieb. Das Monitoring ist über den AU-Manager immer enthalten. Mehr zur Lösung finden Sie unter Außenbeleuchtung, für Ihr Projekt erreichen Sie uns über Kontakt.
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Sensor-Finder
Häufige Fragen
Was ist eine astronomische Uhr?
Eine astronomische Uhr berechnet für Standort und Datum, wann die Sonne auf- und untergeht, und schaltet die Beleuchtung danach. Anders als eine Zeitschaltuhr muss sie über das Jahr nicht nachgestellt werden. Der CR02 enthält ein solches Modul und bleibt dank interner Batterie auch bei Stromausfall präzise.
Reicht ein Dämmerungsschalter für die Außenbeleuchtung?
Ein Dämmerungsschalter reagiert auf die gemessene Helligkeit, ist aber anfällig für Verschmutzung und Fremdlicht und weiß nicht, ob jemand den Bereich nutzt. Effizienter ist die Kombination aus astronomischer Uhr, Lichtmessung an der Leuchte und Präsenzsensoren.
Welcher Sensor eignet sich für Außenleuchten?
Der EFS106W hat Schutzart IP66, ein UV-beständiges Gehäuse, PIR mit AlgoH2-Algorithmus für bis zu 22 m Montagehöhe und eine Fotozelle für Hold-ON/OFF-Betrieb. Für niedrige Poller- und Wegeleuchten wird die passende Sensorik im Projekt geklärt.
Wie groß darf ein Außengelände für den CR02 sein?
Mit der mitgelieferten 1-dBi-Antenne erreicht der CR02 bis zu 260 m, mit Range Extension bis zu 500 m. Zusätzlich sind die Sensoren über Bluetooth Mesh vernetzt, sodass sich auch größere Gelände in Zonen abdecken lassen.
Hilft Lichtsteuerung gegen Lichtverschmutzung?
Ja. Wird das Licht in leeren Phasen abgesenkt und nach Sonnenstand geschaltet, brennt es weniger Stunden mit voller Leistung. Ergänzend wirken Leuchtenauswahl, Abstrahlrichtung und Lichtfarbe.



