Seit hybrides Arbeiten zum Alltag gehört, sind Büros an vielen Tagen nur teilweise belegt – trotzdem brennt das Licht oft auf ganzen Etagen. Eine vernetzte Lichtsteuerung mit Präsenz- und Tageslichtsensor je Leuchte schaltet nur dort Licht, wo tatsächlich gearbeitet wird, und regelt es nach dem vorhandenen Tageslicht. Gleichzeitig liefern die Sensoren Belegungsdaten, mit denen Sie Flächen, Desk-Sharing und Reinigung planen können. Dieser Ratgeber richtet sich an Facility Manager, Eigentümer und Mieter von Büroflächen.

Was hybrides Arbeiten für die Beleuchtung bedeutet

Früher war ein Büro von morgens bis abends weitgehend belegt. Heute wechseln Präsenztage und Homeoffice-Tage, Teams kommen an festen Wochentagen, und Desk-Sharing verteilt die Anwesenden über die Fläche. Das Ergebnis: Auf einer Etage sitzen vielleicht nur einige Mitarbeitende, verteilt über verschiedene Zonen.

Eine konventionelle Beleuchtung mit Gruppenschaltung pro Etage oder Großraum schaltet in diesem Fall die gesamte Fläche ein. Eine Steuerung, die je Leuchte oder je Raum entscheidet, beleuchtet dagegen nur die genutzten Bereiche. Benachbarte Zonen können auf ein Grundlicht gedimmt werden, damit die Fläche nicht dunkel und ungemütlich wirkt.

Präsenz und Tageslicht je Leuchte

Die feinste Steuerung entsteht, wenn jede Leuchte einen eigenen Sensor hat. Leuchtensensoren wie der IFS108 oder der IFS105SE kombinieren PIR-Präsenzerkennung und Tageslichtsensor in einem kompakten Gehäuse für Montagehöhen von 2 bis 5 m. Der IFS108 ist durch seine kompakte Bauweise besonders für Büroleuchten geeignet. Das Prinzip heißt Lichtsteuerung auf Leuchtenebene und ist im Ratgeber LLLC – Lichtsteuerung auf Leuchtenebene erklärt.

Vorteile der Steuerung je Leuchte:

  • Feine Zonierung: Jede Leuchte reagiert auf die Belegung unter ihr, ohne dass Zonen aufwendig verdrahtet werden müssen.
  • Tageslicht je Arbeitsplatz: Fensternahe Leuchten dimmen stärker als raumseitige. Mehr dazu im Ratgeber Tageslichtnutzung / Daylight Harvesting.
  • Flexibel bei Umbauten: Ändert sich die Möblierung, werden Gruppen per App neu zugeordnet statt neu verdrahtet.

Für Einzelbüros, Besprechungs- und Fokusräume ist ein Deckensensor für den ganzen Raum oft die bessere Wahl. Der EFS107E kombiniert PIR und Ultraschall für Räume bis 56 m² und erkennt auch kleinste Bewegungen, etwa beim konzentrierten Lesen oder Tippen. Warum ein Präsenzmelder im Büro die richtige Wahl ist, erklärt der Ratgeber Präsenzmelder vs. Bewegungsmelder.

Wichtig: Die Steuerung muss die Beleuchtungsstärken am Arbeitsplatz nach DIN EN 12464-1 und ASR A3.4 einhalten, siehe Beleuchtungsstärke nach ASR A3.4 und DIN EN 12464-1.

Belegungsdaten für die Flächenplanung

In hybriden Büros stellt sich fast überall die Frage: Brauchen wir diese Fläche noch? Wie viele Arbeitsplätze sind an einem typischen Dienstag belegt, und welche Besprechungsräume stehen meistens leer?

Weil jedes unserer Projekte mit dem AU-Manager umgesetzt wird, liefern alle Präsenzsensoren neben der Lichtsteuerung auch Belegungsdaten – Monitoring ist inklusive. Das EnergyCenter stellt Echtzeit- und Verlaufsdaten grafisch dar und speichert Systemereignisse über mehr als ein Jahr. Daraus lassen sich Muster ablesen:

  • Auslastung nach Wochentag und Uhrzeit: An welchen Tagen sind welche Zonen voll, an welchen leer?
  • Raumnutzung: Welche Besprechungsräume werden tatsächlich genutzt, welche kaum?
  • Flächenkonsolidierung: Lassen sich an schwachen Tagen Etagen oder Zonen schließen, sodass Licht, Heizung und Lüftung dort reduziert werden?
  • Reinigung nach Bedarf: Reinigungsintervalle lassen sich an der tatsächlichen Nutzung ausrichten.

Mehr dazu im Ratgeber Energiemonitoring und Belegungsdaten. Belegungsdaten zeigen, ob eine Zone genutzt wird, nicht wer dort sitzt. Den Umgang mit den Daten stimmen Sie dennoch mit Datenschutz und gegebenenfalls Betriebsrat ab.

Szenen und Bedienung per WP108E

Automatik ist gut, aber Nutzer wollen Kontrolle behalten. Besonders in Besprechungsräumen braucht es verschiedene Lichtsituationen: volles Licht für Workshops, gedimmtes Licht für Präsentationen am Bildschirm, Reinigungslicht abends.

Der WP108E ist ein batteriebetriebener Bluetooth-Wandschalter mit acht Tasten: vier frei konfigurierbare Szenentasten, DIM+ und DIM− sowie EIN-AUTO und AUS. Voreingestellte Szenen umfassen unter anderem EIN, AUS mit Verzögerung von 15 Minuten bis 4 Stunden und AUTO/EIN. Der Schalter wird über die Keilton+autani-App mit einer oder mehreren Lichtgruppen verbunden und lässt sich ohne Schlitz- und Kabelarbeiten an bestehenden Schalterpositionen setzen.

Ein praktischer Nebeneffekt: Nutzer können das Licht manuell ausschalten oder dimmen, die Präsenzsteuerung übernimmt danach wieder automatisch.

Nachrüstung per Funk im laufenden Betrieb

Die meisten Büroflächen sind Bestand, und neue Steuerleitungen in Decken und Wänden sind teuer und störend. Über Bluetooth Mesh kommunizieren Sensoren, Leuchten und Schalter per Funk. Für die Nachrüstung bieten sich an:

  • Leuchtensensoren bei LED-Leuchten mit Sensoranschluss, siehe LED-Umrüstung mit Sensorik.
  • Batteriesensor BCS107 mit PIR und Tageslichtnutzung und bis zu zehn Jahren Batterielebensdauer, wenn an der Decke keine Versorgung verfügbar ist.
  • Batterie-Wandschalter WP108E statt neuer Tasterleitungen.

So lassen sich Etagen abschnittsweise umrüsten, während auf den übrigen Flächen normal gearbeitet wird. Mehr im Ratgeber Lichtsteuerung im Bestand nachrüsten und auf unserer Lösungsseite Büro und Arbeitswelten.

Pflicht und Förderung in dieser Branche

Bürogebäude sind Nichtwohngebäude. Bei einer Heizungs-, Klima- oder kombinierten Lüftungsanlage über 70 kW verlangt § 56 Abs. 6 GModG bis 31.12.2029 eine automatische Beleuchtungssteuerung. Der Schwellwert gilt je Anlage, nicht je Mieter – bei mehreren Mietparteien mit gemeinsamer Zentrale zählt die Anlage. Die Beleuchtung zählt nicht zur Schwelle, ist aber als gebäudetechnisches System Teil der Pflicht, sobald die Schwelle erreicht ist. Zonierung und Belegungserkennung sind als Soll formuliert, also als Regelfall mit Begründungspflicht – genau das, was eine Steuerung je Leuchte leistet. Abs. 6 ist laut Wortlaut nicht bußgeldbewehrt, die Gebäudeautomation nach Abs. 1 dagegen schon, und für deren Monitoring liefern die Lichtsensoren Belegungs- und Verbrauchsdaten.

Beleuchtung ist seit 21.07.2026 keine eigene BEG-Einzelmaßnahme mehr, als Teil eines Gebäudeautomations-Pakets mit mindestens Klasse B nach DIN V 18599-11 aber weiter mit 15 % förderfähig. Details: Lichtsteuerung Pflicht und Förderung für Lichtsteuerung.

So unterstützen wir Sie

Wir nehmen Ihre Büroflächen vor Ort auf, planen Sensoren, Zonen und Szenen und zeigen Ihnen die Lichtsteuerung vorab in 3D in Sensora. Die Montage übernehmen wir in der Regel selbst, auf Wunsch Ihr eigener Elektrofachbetrieb. Das Monitoring mit Belegungsdaten ist über den AU-Manager immer enthalten. Eine erste Abschätzung liefert der Einsparrechner, für Ihr Projekt erreichen Sie uns über Kontakt.

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Häufige Fragen

Warum lohnt sich Lichtsteuerung gerade in hybriden Büros?

Hybride Büros sind an vielen Tagen nur teilweise belegt. Eine Gruppenschaltung beleuchtet trotzdem die ganze Fläche. Präsenzsensoren je Leuchte oder Raum schalten nur dort Licht, wo gearbeitet wird, und die Tageslichtregelung reduziert das Kunstlicht an Fensterplätzen.

Welche Belegungsdaten liefern die Sensoren?

Über den AU-Manager liefern alle Präsenzsensoren Daten dazu, wann welche Zonen und Räume genutzt werden. Daraus lassen sich Auslastung nach Wochentag, Raumnutzung und Möglichkeiten zur Flächenkonsolidierung ableiten. Die Daten zeigen die Belegung einer Zone, nicht die Identität einzelner Personen.

Können Mitarbeitende das Licht noch selbst bedienen?

Ja. Der batteriebetriebene Wandschalter WP108E bietet vier Szenentasten, DIM+ und DIM− sowie EIN-AUTO und AUS. Nach manuellem Eingriff übernimmt die Präsenzsteuerung wieder automatisch.

Muss für die Nachrüstung verkabelt werden?

Nein. Sensoren, Leuchten und Schalter kommunizieren per Bluetooth Mesh. Der Batteriesensor BCS107 und der Batterie-Wandschalter WP108E kommen ohne Leitungen aus. So lässt sich etagenweise im laufenden Betrieb nachrüsten.

Gilt die Pflicht nach GModG auch für gemietete Büroflächen?

Der Schwellwert von 70 kW gilt je Heizungs-, Klima- oder kombinierter Lüftungsanlage, nicht je Mieter. Ist die Schwelle erreicht, verlangt § 56 Abs. 6 GModG bis 31.12.2029 eine automatische Beleuchtungssteuerung. Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung.