Wer einen Bewegungsmelder für die Lagerhalle oder das Hochregallager sucht, will meist eines: dass das Licht in leeren Gängen nicht mehr stundenlang brennt. Ein einzelner Bewegungsmelder an der Hallendecke schaltet dafür aber oft zu grob – entweder die ganze Halle oder gar nicht. Die bessere Lösung im Lager sind vernetzte Präsenz- und Highbay-Sensoren, die jede Regalgasse als eigene Zone steuern, Stapler zuverlässig erkennen und Hauptwege orientierbar halten.
Bewegungsmelder oder Präsenzsensorik: was im Lager den Unterschied macht
Umgangssprachlich heißt fast jeder Sensor an der Decke „Bewegungsmelder“. Technisch gibt es aber wichtige Unterschiede, die sich in einer Lagerhalle deutlich bemerkbar machen:
| Merkmal | Einfacher Bewegungsmelder | Vernetzte Präsenz- und Highbay-Sensorik |
|---|---|---|
| Schaltverhalten | meist Ein/Aus | Dimmen, Absenken auf Grundlicht, volles Licht bei Belegung |
| Montagehöhe | häufig für niedrige Decken ausgelegt | EFS104/EFS106 mit Linse HBL3-2 bis 22 m laut Datenblatt |
| Zonen | ein Melder, eine Leuchtengruppe | Gassen und Wege als eigene, verknüpfbare Zonen |
| Tageslicht | selten berücksichtigt | Tageslichtnutzung integriert |
| Verkabelung | Schaltleitung je Gruppe | Bluetooth Mesh, keine neuen Steuerleitungen |
| Auswertung | keine | Belegungs- und Verbrauchsdaten über den AU-Manager |
Ein ausführlicher Vergleich steht im Ratgeber Präsenzmelder vs. Bewegungsmelder, die wirtschaftliche Seite im Ratgeber Günstige Bewegungsmelder vs. vernetzte Sensorik. Für das Lager lautet die Kurzfassung: Der Begriff Bewegungsmelder beschreibt das Ziel richtig, die Technik dahinter sollte aber Präsenzsensorik mit Highbay-Optik sein.
Gangweise Steuerung im Hochregallager
Im Hochregallager sind die meisten Gassen die meiste Zeit leer. Genau dort liegt das größte Einsparpotenzial – vorausgesetzt, jede Gasse reagiert eigenständig.
Sensor über der Gasse, nicht über dem Regal
Der Sensor gehört mittig über die Gasse, damit er in die Gasse hineinsieht und nicht auf Regaloberseiten oder in den Nachbargang. Bei Leuchten mit AUX-Schnittstelle wird der EFS106 direkt an der Leuchte angesteckt, sodass jede Gassenleuchte ihren eigenen Sensor erhält. Wie Linsen und Raster in großer Höhe ausgelegt werden, erklärt der Ratgeber Highbay-Sensoren für Hallen und Lager – hier konzentrieren wir uns auf den Lageralltag.
Licht vorschalten, bevor der Stapler einfährt
Ein Stapler ist schneller als eine Person zu Fuß. Wenn der Sensor erst in der Gasse auslöst, fährt der Fahrer ein Stück ins Halbdunkel. Deshalb wird am Gassenanfang erfasst oder die Gasse mit dem Querweg verknüpft: Sobald jemand den Querweg vor der Gasse passiert, geht in der angrenzenden Gasse das Licht hoch. Über Bluetooth Mesh lassen sich solche Verknüpfungen ohne zusätzliche Leitungen umsetzen.
Hauptwege als eigene Zone
Hauptverkehrswege, Kreuzungen und Tore sind häufig genutzt und sicherheitsrelevant. Sie erhalten eine eigene Zone mit längerer Nachlaufzeit oder ein dauerhaftes Grundlicht, während die Regalgassen bei Abwesenheit abgesenkt werden. Mehr zur Strategie im Ratgeber Grundlicht und Korridorfunktion.
Stapler, Schmalgangfahrzeuge und Kommissionierung
Lagerprozesse stellen unterschiedliche Anforderungen an die Steuerung:
- Staplerverkehr: Testen Sie die Erfassung bei der Inbetriebnahme mit den echten Fahrzeugen und Geschwindigkeiten. PIR-Sensoren erkennen Bewegungen quer zum Sensor leichter als direkt auf ihn zu – ein Sensor pro Gassenabschnitt mit überlappenden Feldern ist robuster als große Abstände.
- Schmalgangfahrzeuge: In Schmalganglagern ist die Gasse eng und das Fahrzeug füllt sie fast aus. Hier zählt vor allem, dass das Licht beim Einfahren bereits steht und während des gesamten Vorgangs nicht abfällt. Nachlaufzeiten werden so gewählt, dass auch längere Ein- und Auslagerungen abgedeckt sind.
- Kommissionierung: In Kommissionierzonen arbeiten Personen oft lange an einer Stelle mit wenig Bewegung. Hier helfen längere Nachlaufzeiten und gegebenenfalls ein höheres Grundniveau, damit das Licht nicht während der Arbeit absenkt.
- Wareneingang und Versand: Diese Bereiche sind schichtabhängig stark genutzt. Zeitprogramme ergänzen die Präsenzerkennung, etwa über die Echtzeituhr CR01 oder zentral im AU-Manager.
Die richtigen Werte ergeben sich aus Ihren Abläufen und der Gefährdungsbeurteilung. Die Anforderungen an Arbeitsplätze und Verkehrswege nach ASR A3.4 und DIN EN 12464-1 bleiben dabei maßgeblich, siehe Ratgeber Beleuchtungsstärke nach ASR A3.4 und DIN EN 12464-1.
Bereiche eines Lagers im Überblick
| Bereich | Besonderheit | Sensorik laut Datenblatt |
|---|---|---|
| Hochregalgassen | große Höhe, gerichtete Erfassung | EFS104 (über 6 m, mit HBL3-2 bis 22 m) oder EFS106 (5–22 m) |
| Blocklager, offene Flächen | weite Flächen, gleichmäßiges Raster | EFS104 oder EFS106 im überlappenden Raster |
| Laderampen, Vordächer | Außenkontakt, Feuchte, Tageslicht | EFS106W mit IP66 und Fotozelle für Hold-ON/OFF |
| Niedrige Einbauten, Bühnen | geringe Höhe, Einbau in Leuchten | MWS105E (Mikrowelle, Montage bis 6,5 m) |
| Kühl- und Tiefkühlbereiche | Kälte, Feuchte, kurze Aufenthalte | siehe Lichtsteuerung im Kühlhaus |
Die Anzahl und Position der Sensoren schätzen Sie mit dem Rasterplaner ab. Verbindlich sind immer die Erfassungsdiagramme der Herstellerunterlagen.
Was die Belegungsdaten über Ihr Lager verraten
Weil jedes Projekt mit dem AU-Manager umgesetzt wird, liefern alle Sensoren Belegungs- und Verbrauchsdaten. Im Lager zeigt das zum Beispiel, welche Gassen kaum angefahren werden, wann Wareneingang und Versand tatsächlich aktiv sind und ob Zeitprogramme zur Realität passen. Diese Daten helfen bei der Feinjustierung der Steuerung und dienen als Nachweis für Energiemanagement und Gebäudeautomation. Mehr dazu im Ratgeber Energiemonitoring und Belegungsdaten.
Weil Lagergassen so selten belegt sind, gehören Lager zu den Einsatzorten mit dem höchsten Einsparpotenzial – gegenüber ungeregelten Altanlagen sind bei der Beleuchtung bis zu 92 % möglich. Was das für Ihre Halle bedeutet, rechnen Sie im Einsparrechner aus. Die Lösung im Überblick finden Sie unter Hallen und Logistik.
Pflicht und Förderung in dieser Branche
Logistikimmobilien sind Nichtwohngebäude. Haben sie eine Heizungs-, Klima- oder kombinierte Lüftungsanlage über 70 kW, verlangt § 56 Abs. 6 GModG bis 31.12.2029 eine automatische Beleuchtungssteuerung; Zonierung und Belegungserkennung sind als Soll-Vorgabe der Regelfall, Abweichungen müssen begründet werden. Ungeheizte Lager ohne solche Anlage fallen nicht unter die Schwelle – die Einsparung durch gangweise Steuerung wirkt dort trotzdem ab dem ersten Tag. Dass Abs. 6 laut Wortlaut nicht bußgeldbewehrt ist, entlastet nur scheinbar: Die Sensoren liefern die Belegungs- und Verbrauchsdaten für die bußgeldbewehrte Gebäudeautomation nach Abs. 1. Details auf Lichtsteuerung-Pflicht.
Die Beleuchtung als eigene BEG-Einzelmaßnahme ist seit 21.07.2026 gestrichen, als Teil eines Gebäudeautomations-Pakets mindestens Klasse B wird Lichtsteuerung weiterhin mit 15 % gefördert. Mehr im Ratgeber Förderung für Lichtsteuerung.
So unterstützen wir Sie
Wir nehmen Ihr Lager vor Ort auf, planen gangweise Zonen, Vorschaltungen und Nachlaufzeiten passend zu Staplerverkehr und Kommissionierung und zeigen das Ergebnis vorab in 3D in Sensora. Die Montage übernehmen wir in der Regel selbst, auf Wunsch montiert Ihr eigener Elektrofachbetrieb. Das Monitoring über den AU-Manager ist von Anfang an dabei. Sprechen Sie uns über Kontakt an.
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Häufige Fragen
Welcher Bewegungsmelder eignet sich für eine Lagerhalle?
Für Lagerhallen mit großer Deckenhöhe eignen sich Highbay-Präsenzsensoren besser als einfache Bewegungsmelder. EFS104 und EFS106 sind laut Datenblatt mit der Linse HBL3-2 für Montagehöhen bis 22 m ausgelegt, dimmen statt nur zu schalten und lassen sich gangweise vernetzen.
Wie funktioniert die gangweise Steuerung im Hochregallager?
Jede Regalgasse erhält eigene Sensoren und bildet eine eigene Zone. Betritt ein Stapler oder Kommissionierer die Gasse, geht dort das Licht hoch, die anderen Gassen bleiben abgesenkt. Über eine Verknüpfung mit dem Querweg wird die Gasse schon vor dem Einfahren beleuchtet.
Erkennen die Sensoren auch schnelle Stapler?
Ja, wenn Raster und Position stimmen. Wichtig sind überlappende Erfassungsfelder, eine Vorschaltung am Gassenanfang und ein Test mit den echten Fahrzeugen bei der Inbetriebnahme.
Sollen die Gassen bei Abwesenheit ganz dunkel werden?
Das hängt von Nutzung und Gefährdungsbeurteilung ab. Häufig werden Gassen auf ein Grundlicht abgesenkt, Hauptwege bleiben dauerhaft orientierbar. Die Anforderungen nach ASR A3.4 und DIN EN 12464-1 bleiben maßgeblich.
Brauche ich für die Vernetzung neue Kabel?
Nein. Die Sensoren kommunizieren per Bluetooth Mesh, laut Datenblatt mit einer Reichweite von bis zu 100 m. Neue Steuerleitungen in großer Höhe entfallen.




