Was eine Lichtsteuerung kostet, lässt sich nicht pauschal beziffern, weil der Preis weniger vom Sensor selbst als von den Rahmenbedingungen abhängt: Anzahl der Leuchten, Zustand und Schnittstelle der vorhandenen LED-Treiber, Montagehöhe und Zugänglichkeit, Funk oder Kabel, Inbetriebnahme und gewünschtes Monitoring. Die größten Kostentreiber im Bestand sind meist nicht die Komponenten, sondern Elektroarbeiten und Arbeitszeit vor Ort. Ein belastbares Angebot erhalten Sie, wenn Sie Typenschild-Fotos der Treiber, einen Grundriss und Angaben zur Nutzung bereitstellen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Faktoren den Preis bestimmen und wie Sie zu einer verlässlichen Kalkulation kommen.

Die Kostenfaktoren im Überblick

KostenfaktorWirkt kostensenkendWirkt kostensteigernd
Anzahl und Verteilung der Leuchtengroße, zusammenhängende Flächenviele kleine Räume mit wenigen Leuchten
Ausgangslage der LeuchtenLED mit dimmbarem Treiber vorhandenkonventionelle Leuchten, nicht dimmbare Treiber
Treiberschnittstelle0-10 V mit 12-V-Hilfsspannung (AUX)keine Hilfsspannung, gemischte Treibertypen
Montagehöhe und ZugangBüro- und Flurhöhen, freie FlächenHallen über 6 m, Hochregale, Maschinen darunter
VerkabelungFunk (Bluetooth Mesh), keine neuen Steuerleitungenneue Bus- oder Steuerleitungen im Bestand
Inbetriebnahmeeinheitliche Zonen und Profileviele Sonderprofile und Abstimmungsschleifen
Monitoring und GLTStandardauswertungindividuelle Datenpunkte und Schnittstellen
ArbeitszeitfensterMontage im normalen TagesbetriebNacht-, Wochenend- oder Schichtpausenarbeit

Anzahl der Leuchten und Raumstruktur

Die Zahl der Leuchten bestimmt den Mengenanteil: Bei einer Lichtsteuerung auf Leuchtenebene erhält in der Regel jede Leuchte einen Sensor oder einen Funk-Node. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Verteilung. Eine Halle mit 200 gleichartigen Leuchten lässt sich effizient in Serie ausrüsten und mit wenigen Profilen in Betrieb nehmen. Ein Bürogeschoss mit vielen Einzelräumen, Besprechungsräumen und Nebenflächen benötigt dagegen mehr Zonen, mehr Bedienstellen und mehr Abstimmung. Die Grundlagen zur Leuchtenebene erklärt der Ratgeber Lichtsteuerung auf Leuchtenebene (LLLC).

Nachrüstung oder neue Leuchten

Der größte Hebel liegt in der Frage, ob die vorhandenen Leuchten weiterverwendet werden können:

  • LED-Leuchten mit dimmbarem 0-10-V- oder DALI-Treiber: Hier wird nur die Steuerung nachgerüstet. Das ist meist die wirtschaftlichste Variante, weil die Leuchte selbst bleibt.
  • LED-Leuchten mit nicht dimmbarem Treiber: In Büros ist ein Treibertausch oft günstiger als eine neue Leuchte. Das muss im Einzelfall geprüft werden.
  • Leuchtstofflampen oder nicht dimmbare Altanlagen: Zuerst steht die LED-Umrüstung an. Sinnvoll ist es, Leuchtentausch und Sensorik in einem Schritt zu planen, siehe LED-Umrüstung mit Sensorik.

Wer ohnehin neue Leuchten beschafft, sollte Sensorik und Schnittstelle direkt mit ausschreiben. Ein späteres Nachrüsten ist zwar möglich, verursacht aber einen zweiten Montagegang.

Treiberschnittstelle und Hilfsspannung (AUX)

Ob ein Sensor direkt in die Leuchte passt, entscheidet das Typenschild des Treibers. Liefert ein 0-10-V-Treiber eine 12-V-Hilfsspannung (AUX), können Leuchtensensoren wie der EFS106 oder der Funk-Node FA102 direkt daraus versorgt werden. Das hält den Montageaufwand gering. Fehlt die Hilfsspannung, gibt es je nach Raumtyp unterschiedliche Wege:

  • Hallen: Der Highbay-Sensor EFS104 hat ein eigenes Netzteil für die Netzspannung und ein Relais, er dimmt über 0-10 V. Er ist für Montagehöhen von 6 bis 15 m ausgelegt.
  • Büros: Hier prüfen wir, ob ein Treibertausch günstiger ist als eine neue Leuchte. Häufig ist das der Fall.
  • DALI-Treiber: Auch Leuchten mit DALI-Treiber rüsten wir nach. Wir setzen Sensorik mit DALI-Anbindung ein und stimmen die Komponenten auf Ihre Treiber ab.

Wie Sie das Typenschild richtig lesen, erklären die Ratgeber Typenschild des LED-Treibers lesen und 12-V-AUX-Hilfsspannung am LED-Treiber.

Montagehöhe und Zugänglichkeit

In Büros mit Deckenhöhen um 3 m genügt eine Leiter. In Hallen mit 8, 10 oder 12 m Montagehöhe ist eine Hubarbeitsbühne nötig, und die Frage ist, ob sie frei fahren kann. Hochregale, Maschinen, Förderanlagen oder Kühlbereiche unter den Leuchten verlängern die Montagezeit je Leuchte deutlich. Auch die Bodenbelastbarkeit, Absperrungen und die Abstimmung mit dem Staplerverkehr spielen eine Rolle. Hinweise zur Sensorwahl für große Höhen gibt der Ratgeber Highbay-Sensoren für Hallen und Lager.

Funk oder Kabel

Klassische kabelgebundene Lichtsteuerungen benötigen Steuerleitungen zwischen Sensoren, Steuergeräten und Leuchten. Im Neubau ist das planbar, im Bestand bedeutet es Deckenöffnungen, Brandschutzmaßnahmen und Nutzungsunterbrechungen. Funkbasierte Systeme auf Basis von Bluetooth Mesh vermeiden diese Arbeiten: Jede Leuchte mit Sensor oder Node wird Teil des Netzes. Batteriebetriebene Sensoren wie der BCS107 und Wandschalter wie der WP108E kommen ganz ohne Leitung aus. Eine Gegenüberstellung finden Sie im Ratgeber Lichtsteuerung per Funk oder Kabel.

Inbetriebnahme und Programmierung

Nach der Montage müssen Sensoren erfasst, Zonen gebildet und Profile hinterlegt werden: Nachlaufzeiten, Grundlicht, Tageslichtregelung und Zeitpläne. Der Aufwand wächst mit der Zahl unterschiedlicher Nutzungen und Sonderwünsche. Eine gute Vorplanung reduziert Abstimmungsschleifen. Funktionen wie Grundlicht und Korridorfunktion erläutert der Ratgeber Grundlicht und Korridorfunktion.

Monitoring und GLT-Anbindung

Energiemonitoring und Belegungsdaten sind keine Zusatzspielerei: Sie belegen die Einsparung, zeigen Fehlfunktionen und liefern Daten für Energieaudits und ESG-Berichte. Bei uns ist der AU-Manager in jedem Projekt enthalten. Er unterstützt laut Datenblatt unter anderem BACnet/IP für die Anbindung an eine Gebäudeleittechnik. Mehraufwand entsteht vor allem dann, wenn individuelle Datenpunktlisten, Schnittstellentests mit dem GLT-Errichter oder kundenspezifische Berichte gefordert sind. Mehr dazu im Ratgeber GLT-Anbindung über BACnet, Modbus und API.

Arbeiten im laufenden Betrieb

Ob Montage tagsüber im normalen Betrieb möglich ist oder in Nachtschichten, am Wochenende oder in Produktionspausen stattfinden muss, beeinflusst die Kosten spürbar. Funklösungen helfen auch hier, weil je Leuchte nur kurz gearbeitet wird und keine Decken für Leitungen geöffnet werden. Planen Sie realistische Zeitfenster ein und klären Sie Zugangsregeln, Sicherheitsunterweisungen und Ansprechpartner vorab.

So erhalten Sie ein belastbares Angebot

Je besser die Ausgangsdaten, desto genauer das Angebot und desto weniger Nachträge. Diese Unterlagen helfen:

  • Fotos der Typenschilder der vorhandenen LED-Treiber, idealerweise je Leuchtentyp ein Foto, gut lesbar
  • Grundriss als PDF oder Bild, mit Raumnutzungen und, falls vorhanden, Leuchtenpositionen
  • Leuchtenliste mit Typ, Anzahl und Leistung
  • Montagehöhen und Hinweise auf Hindernisse wie Regale, Kräne oder Maschinen
  • Nutzungszeiten und Schichtmodell
  • Wünsche zu Monitoring und GLT sowie gewünschte Arbeitszeitfenster

Auf Basis des Grundrisses planen wir die Sensorik und zeigen sie Ihnen in Sensora als 3D-Modell: Sie sehen vor der Investition, welche Leuchten wann reagieren und wo Erfassungslücken wären. Das macht das Angebot nachvollziehbar und vermeidet spätere Änderungen.

Förderung und gesetzliche Pflicht

Seit dem 21.07.2026 ist Beleuchtung in der BEG EM kein eigener Fördertatbestand mehr. Gefördert wird aber weiterhin Gebäudeautomation mindestens der Klasse B nach DIN V 18599-11 mit 15 %, und eine Lichtsteuerung kann Teil davon sein. Die EEW schließt allgemeine Beleuchtung aus (Stand Oktober 2026). Details im Ratgeber Förderung für Lichtsteuerung.

Unabhängig von der Förderung verlangt § 56 GModG für Nichtwohngebäude mit einer Heizungs-, Klima- oder kombinierten Lüftungsanlage über 70 kW eine automatische Beleuchtungssteuerung bis zum 31.12.2029. Eine frühe Planung verteilt die Kosten besser als eine Umsetzung unter Zeitdruck. Mehr unter Lichtsteuerung-Pflicht. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Fazit

Die Kosten einer Lichtsteuerung entstehen vor allem durch Arbeitszeit, Zugang und Verkabelung, weniger durch die Sensoren selbst. Wer vorhandene LED-Leuchten mit dimmbaren Treibern weiterverwendet und auf Funk setzt, hält den Aufwand im Bestand gering. Mit Typenschild-Fotos, Grundriss und Nutzungsangaben erhalten Sie ein belastbares Angebot statt einer Pauschalschätzung.

So unterstützen wir Sie

Unser Schwerpunkt ist die Nachrüstung: Vorhandene LED-Leuchten mit dimmbarem 0-10-V- oder DALI-Treiber machen wir mit Sensorik und Lichtmanagement per App zu einer intelligenten Beleuchtung – ohne neue Leuchten und ohne neue Steuerleitungen, Details unter Nachrüstung.

Wir prüfen Ihre Treiber anhand der Typenschild-Fotos, planen die Sensorik auf Ihrem Grundriss und erstellen daraus ein nachvollziehbares Angebot. Die Montage übernehmen wir in der Regel selbst, auf Wunsch auch Ihr eigener Elektrofachbetrieb. Jedes Projekt enthält den AU-Manager, sodass Belegungserkennung, Zonierung und Monitoring inklusive sind. Senden Sie uns Ihre Unterlagen über die Kontaktseite.

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Häufige Fragen

Was kostet eine Lichtsteuerung pro Leuchte?

Ein seriöser Pauschalpreis pro Leuchte lässt sich nicht nennen. Der Aufwand hängt vor allem davon ab, ob die vorhandenen Treiber dimmbar sind und eine Hilfsspannung liefern, wie hoch die Leuchten hängen und ob die Montage im laufenden Betrieb möglich ist. Ein belastbares Angebot entsteht aus Typenschild-Fotos, Grundriss und Nutzungsangaben.

Ist eine Lichtsteuerung per Funk günstiger als mit Kabel?

Im Bestand in der Regel ja, weil keine neuen Steuerleitungen verlegt und keine Decken geöffnet werden müssen. Die Elektroarbeiten sind dort oft der größte Kostenblock. Im Neubau mit offener Decke ist der Unterschied geringer.

Muss ich für eine Lichtsteuerung neue Leuchten kaufen?

Nicht, wenn LED-Leuchten mit dimmbarem 0-10-V- oder DALI-Treiber vorhanden sind. Dann wird nur die Steuerung nachgerüstet. Bei nicht dimmbaren Treibern ist in Büros oft ein Treibertausch günstiger als eine neue Leuchte, bei Leuchtstofflampen steht zuerst die LED-Umrüstung an.

Welche Unterlagen brauche ich für ein Angebot?

Hilfreich sind Fotos der Treiber-Typenschilder je Leuchtentyp, ein Grundriss mit Raumnutzungen, eine Leuchtenliste, Montagehöhen, Nutzungszeiten sowie Wünsche zu Monitoring und GLT-Anbindung.

Gibt es Förderung für eine Lichtsteuerung?

Beleuchtung ist seit dem 21.07.2026 kein eigener Fördertatbestand der BEG EM mehr. Gefördert wird aber Gebäudeautomation mindestens der Klasse B nach DIN V 18599-11 mit 15 %, eine Lichtsteuerung kann Teil davon sein (Stand Oktober 2026).